Blackout Vorbereitung – Checkliste & Notfallplan
Stromausfall · Sofortmaßnahmen · Notvorrat · Stand 28.03.2026
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Eigenversorgung sichern
72h
Mindest-Vorrat
BBK empfiehlt: 10 Tage Notvorrat
Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Deutschland?
Das deutsche Stromnetz gehört zu den stabilsten der Welt. Die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung pro Haushalt lag 2023 bei unter 13 Minuten (SAIDI-Wert, Bundesnetzagentur). Ein großflächiger Blackout durch Kaskadeneffekte ist selten – aber nicht ausgeschlossen.
Risikofaktoren: Dunkelflauten im Winter (kein Wind, keine Sonne, wenig Wasserkraft), überraschende Netzfrequenzabweichungen oder gezielte Angriffe auf kritische Infrastruktur. Seit 2022 stuft das BBK die Vorsorge für alle Haushalte als prioritär ein.
Quelle: Bundesnetzagentur · BBK · Stand 28.03.2026
Was ist ein Blackout?
Ein Stromausfall ist lokal begrenzt – etwa durch einen Leitungsschaden.
Ein Blackout bezeichnet einen überregionalen Netzausfall durch Kaskadeneffekte
im europäischen Verbundnetz. Ursachen: Dunkelflauten (kein Wind, keine Sonne),
kritische Netzfrequenzabweichungen oder deren Kombination. Der europaweite Blackout
vom November 2006 traf kurzzeitig 15 Millionen Haushalte – und zeigt: Es kann schnell gehen.
Wann ist ein Blackout vorbei?
SOFORT · Minute 0
Ausfall tritt ein USV-Systeme springen an. Notbeleuchtung aktiv. Mobilfunkmasten laufen noch auf Akku.
KURZFRISTIG · Stunden 1–4
Erste Abklärungen Mobilfunknetze fallen zunehmend aus. Hilfsdienste aktiv. Diesel-Notstrom für Krankenhäuser und kritische Infrastruktur.
MITTELFRISTIG · Tag 1–3
Wiederaufbau beginnt Netzbetreiber starten Schwarzstart-Prozedur. Einzelne Regionen werden schrittweise zugeschaltet. Reihenfolge: Kraftwerke → Industrie → Haushalte.
LANGFRISTIG · Ab Tag 3
Vollständige Wiederherstellung Bei europaweiten Blackouts kann die vollständige Versorgung Tage bis Wochen dauern. Eigenvorsorge für 10 Tage ist die Empfehlung des BBK.
Sofortmaßnahmen
Erste 30 Min
Lage sondieren
Taschenlampe · Kerzen · Akkus prüfen · Nachbarn informieren · Akku-Radio einschalten
Erste 6 Std
Vorräte sichern
Kühlschrank geschlossen halten · Tiefkühlgut prüfen · Wasservorrat auffüllen · Powerbank laden falls Netz zurückkommt
Erste 24 Std
Wärme & Wasser
Räume verkleinern · Schlafsäcke · Wasserleitungen bei Frost entleeren · Bargeld sichern
Ab 48 Std
Gemeinschaft
Anlaufstellen der Gemeinde aufsuchen · Ressourcen teilen · Informationen über Akku-Radio
Notfallvorrat – Checkliste
Das BBK empfiehlt einen Vorrat für 10 Tage. Mindestens 72 Stunden sollten Sie
ohne externe Hilfe überbrücken können.
| Kategorie | Artikel | Menge pro Person / Woche |
| Wasser | Trinkwasser (Flaschen oder Kanister) | 14 Liter |
| Lebensmittel | Konserven, Reis, Nudeln, Haferflocken, Nüsse | 2.200 kcal/Tag |
| Licht | Taschenlampe, Kerzen, Feuerzeug, Stirnlampe | 3+ Lichtquellen |
| Kommunikation | Batterie-Radio, Powerbank, Ersatzbatterien | 10.000 mAh Powerbank |
| Wärme | Schlafsack, Wärmedecken, Thermokleidung | 1 Schlafsack (0 °C) |
Heizung ohne Strom
Moderne Heizsysteme sind nahezu alle stromabhängig – Gasheizungen, Wärmepumpen
und Pelletkessel fallen beim Blackout aus.
Pelletofen
⚠️ Bedingt
Zündung & Förderung braucht Strom · Mit USV überbrückbar
→ Pelletpreise
Betriebe & Unternehmen: Was ist Pflicht?
| Bereich | Anforderung | Rechtsgrundlage |
| KRITIS-Betreiber | Meldung erheblicher Störungen, Redundanzkonzept, Notfallplan | § 8a BSI-Gesetz |
| Krankenhäuser | Notstromversorgung für mindestens 24h (DIN VDE 0108) | Krankenhausrecht (Länder) |
| Rechenzentren | USV + Diesel-Aggregat, Schwarzstart-fähig | ISO 27001 / BSI IT-Grundschutz |
| Lebensmittelhandel | Kühlketten-Protokoll, Notfallkontakte | LMHV § 7 |
| Alle Betriebe | Business Continuity Plan für 4h, 24h, 72h empfohlen | BSI-Empfehlung (freiwillig) |
Häufige Fragen
Wie lange kann ein Blackout dauern?
Lokale Stromausfälle dauern meist Stunden bis wenige Tage. Ein großflächiger Blackout mit Kaskadeneffekten kann theoretisch Wochen andauern. Das BBK empfiehlt Vorräte für mindestens 10 Tage.
Was ist der Unterschied zwischen Stromausfall und Blackout?
Ein Stromausfall ist lokal oder regional begrenzt (z.B. durch einen Leitungsschaden). Ein Blackout bezeichnet einen überregionalen, länger andauernden Netzausfall durch Kaskadeneffekte im europäischen Verbundnetz. Letzterer ist selten, aber mit weitreichenderen Folgen verbunden.
Was brauche ich für einen Blackout zu Hause?
Empfohlen: 10 Liter Wasser pro Person und Tag, Lebensmittelvorrat für 10 Tage, batteriebetriebenes Radio, Taschenlampen und Batterien, Kerzen, Powerbank, Bargeld und Wärmedecken. Das BBK bietet eine kostenlose Checkliste an.
Funktioniert meine Gasheizung beim Blackout?
Nein – moderne Gasheizungen benötigen Strom für Gebläse, Thermostat und elektronische Steuerung und fallen beim Blackout aus. Nur alte Schwerkraftheizungen ohne Elektronik können ggf. weiterlaufen. Ein Kaminofen ist die zuverlässigste Alternative.
Was ist der staatliche Notfallplan für einen Stromausfall?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) koordiniert im Krisenfall die Notfallversorgung. Kritische Infrastrukturen haben Notstromanlagen. Für Privathaushalte gilt: Eigenvorsorge ist die wichtigste Maßnahme.
Kann ich im Blackout auf das Mobilfunknetz vertrauen?
Nein – Mobilfunkmasten haben in der Regel Notstrom für 1–4 Stunden. Danach brechen die Netze zusammen. Das Festnetz über die Telefonbuchse (nur ältere Anschlüsse) kann noch länger funktionieren. Planen Sie für Kommunikation ein batteriebetriebenes UKW-Radio ein – der öffentlich-rechtliche Rundfunk sendet auch ohne Internet.
Was kostet ein Notstromaggregat für Zuhause?
Kleine Benzin-Generatoren für 2–3 kW Dauerleistung kosten 300–700 €. Damit lassen sich Kühlschrank, Beleuchtung und Kommunikationsgeräte betreiben. Für den Betrieb einer Gasheizung (Pumpe + Steuerung) reicht oft eine USV-Anlage für 150–300 €. Achtung: Aggregate niemals in Innenräumen betreiben (CO-Vergiftungsgefahr).
Quellen:
BBK (Notfallvorsorge),
BSI KRITIS-Verordnung, ENTSO-E Netzfrequenzdaten. Alle Angaben ohne Gewähr.